Via Jacobi Tag 2 – Nieschberg bis Wattwil

Via Jacobi Tag 2 – Nieschberg bis Wattwil

Nach einem langen Nachtschlaf, ich bin erst kurz vor zehn aus dem Zelt gekommen, wusste ich gleich, es wird heute nicht so lang und mein Ziel habe ich dann auf Wattwil gelegt. Nachts hatte es auch mal geregnet und mein Zelt hat es gut ausgehalten. Nur mein Schlafsack kam etwas gegen die Wand und wurde feucht. Nicht gut, aber in der Sonne einfach mal auspacken und er wird wieder trocken. Bin um 10:46 Uhr dann gestartet, sehr spät aber okay ich habe genug Zeit. Schon am 1. Anstieg habe ich gemerkt es läuft heute nicht so. Habe mich am Säntisblick hingesetzt und noch etwas gegessen. Da kamen heute noch viele andere Wanderer und mit ihnen hab ich auch etwas geschwäzelt. Heute ging es viel über Wiesen und ich habe wieder einiges wiedererkannt von 2015 und dachte oft nur was für eine Schönheit mir doch vor der Nase liegt. Habe irgendwann noch 2 Pilger und 1 Hund getroffen. Wir sind uns den ganzen Tag begegnet und haben immer mal kurz erzählert. Wollte mir in Wattwil ein Zimmer bestellen, da mir unterwegs viele sagten es solle regnen heute Nacht und sehr wahrscheinlich ein Gewitter geben. Bei Gewitter zelte ich ungern und wenn es nicht sein muss nehme ich mir lieber ein Zimmer. Da sagt mir aber eine nette Stimme am Telefon, dass ich momentan niemanden anrufen kann, werde es morgen nochmals versuchen zu telefonieren und wenn nicht versuche ich mir eine Schweizer Karte zu holen. In St. Peterzell habe ich mir meinen Stempel abgeholt, war in der Kirche aber drinnen lag ein Zettel, dass man ins Gasthaus Schäfli müsse. Bevor ich ins Gasthaus ging habe ich mit Joli telefoniert, sie hat mir geholfen eine Unterkunft zu finden. Im Landgasthaus Schäfli habe ich mir eine Spezi gegönnt und dachte vor mir liegen nur noch 5km. Habe mich dort mit einem Paar unterhalten und es kam raus er ist Amerikaner und ursprünglich aus LA und für seine Liebe ist er in die Schweiz gezogen. Man hat es nicht raus gehört, er spricht perfekt im Dialekt. Als ich auf meinem Plan schaute, hab ich mitbekommen es sind noch 10km, ganz schnell war die Spezi ausgetrunken und mein Rucksack aufgeschnallt und weiter ging es. Habe wieder das Paar mit dem Hund getroffen, aber das war das letzte mal heute. An mir kamen noch Mountenbiker vorbei, mit einem hab ich mich duelliert. Als er sah ich hole auf ist er ganz schnell weiter, im Schatten wurde sich ausgeruht und wir sind alle zur gleichen Zeit weiter. An der Gabelung war ich dennoch vor ihm und einer meinte so: „du bist mega schnell unterwegs“, „mein Abendbrot und das Bett wartet“. Der Anstieg war brutal von St. Peterzell, hat es sich sehr lang gezogen, es ging steil rauf und wieder langsam rauf um dann wieder steil hoch zu müssen. Irgendwann war es geschafft und es ging nur noch bergab bis Wattwil, was stellenweise auch sehr steil ist. Meine Unterkunft ist im Kloster Fazenda da Esperanca. So schön ist es hier, unglaublich. Für 40CHF bekommt man eine Dusche, Bett, Abendbrot und Frühstück, habe 50ig gegeben. Mein Sonnenbrand wurde gleich entdeckt und ich habe noch eine Salbe bekommen. Um halb 7 Uhr war Abendbrot, wer war zu spät, genau die Melli. Etwas peinlich aber sie haben es mir nicht übel genommen, da ich kurz vorher erst ankam und mich frisch an den Tisch setzen wollte. Beim Abendbrot habe ich noch ein Paar kennengelernt, sie wollen bis nach Einsiedeln gehen. Sie sassen in Jeans und schicken T Shirt, selbst noch ein 2. Paar Schuhe haben sie dabei. Ich kam in meinen Camp Schlafsachen an, Unterhose und Shirt. Schnell hab ich mir noch meine Windjacke übergezogen und fühlte mich wohler. Trotzdem könnte ich wetten, dass ihre Rucksäcke genauso schwer sind wie meiner, trotz meiner ganzen Campausrüstung. Um 06:30 Uhr ist Frühstück wurden wir aufgeklärt, aber wenn ein Pilger etwas länger schlafen möchte geht das auch in Ordnung und ich wurde mit einem Lächeln angeschaut. Das Frühstück bleibt stehen. Ein bisschen über das Klosterleben wurde uns noch erzählt. Sie haben 2x in der Woche TV Abend und wer Küchendienst hat darf auswählen. 2 Abende wird besprochen wie es einem geht. Es waren 8 Männer da, 4 Schweizer, 2 auf aus Brasilien, 1 aus Tibet und 1 Schweiz Portugiese. Sie haben noch erzählt wie sie ihr Geld verdienen, viel Land vom Kloster ist verpachtet. Dazu bekommen sie von den Pilgern etwas, was nur von April bis Oktober ist und sie verkaufen ein paar Selbstgemachte Sachen. Schon interessant solch kleinen Einblicke zu bekommen.

Jetzt verabschiede ich mich ins Bett, die Uhr schlägt gleich zur vollen Stunde und es ist dann 21 Uhr. Versuche morgen um 6 Uhr aufzustehen.

Wanderinformation: Distanz: 22 km, Total: 49km, Anstieg: 950HM, Abstieg: 1200HM, Wanderzeit: 7 Stunden

Liebe Grüsse Melli 🌸

Wunderschön

Streichel die Kuh.

Ein kleiner Laden.

Der Mountenbiker.


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