E5- Tag 11 Madau – Zams

E5- Tag 11 Madau – Zams

Habe Frühstück im Gasthaus gegessen, da es bezahlt war. Dadurch bin ich erst zu 8 Uhr los gekommen. Etwas spät, aber sollte gut sein.

Nach 1,6km hatte ich die 200 km erreicht. Genau da spricht mich mal jemand von der Seite an, was ich denn mache. Habe ihm erzählt, dass ich schon in Konstanz losgelaufen bin und wir sind zusammen weiter gelaufen. Er ist der Bernd, ist gestern in Oberstdorf gestartet und möchte soweit kommen wie möglich. Hirzer Hütte oder Meraner Hütte. Beim Anstieg hab ich mich hinter ihm eingereiht. Bei Anstiegen laufe ich gerne hinterher. Alleine bin ich manchmal etwas zu schnell, was sich nach hinten raus nicht bezahlt und noch sind die Beine nicht ganz da wo sie sein müssten. Allerdings taten die ganzen Anstiege auf den Lofoten gut. Dieser Anstieg zur Memminger Hütte war wesentlich anstrengender und es ging steiler bergauf als zur Kemptner Hütte. Hab die ganze Zeit zu Bernd gesagt, wir haben es gleich, bald sind wir oben. Ich kann die Hütte schon riechen. War aber nicht so es war immerhin noch ein gutes Stück. Aber endlich das erste mal konnte man sie sehen die Memminger Hütte und das 1. Tagesziel lag vor unseren Augen. Kurz vor der Hütte konnte man viele Murmeltiere sehen. Gehört hatte man sie schon sehr oft, aber wollten sich nicht zeigen lassen. Haben auf der Hütte kurz Rast gemacht, ich Spezi bestellt und die war teurer als Bernds Bier. Fand ich nicht gut. Das hat mich den ganzen Tag immer mal wieder beschäftigt.

Nach der Rast lagen noch, die letzten 200 Höhenmeter vor uns. Das ging alles nur noch in kleinen Schritten hoch. Zwischendrinnen nochmals Pause gemacht. Und dann ging es steil hoch. Einmal hab ich Bilder gemacht, und es war einfach schwer dort zu stehen. Das letzte Stück war mit Stahlseilen. Stahlseile helfen einem auch, mir zumindest, finde es leichter. Und dann kam ich glücklich oben an, bin in der Seescharte rüber, der höchste Punkt fpr heute. Was für ein Ausblick wurde uns geboten. Wow.

Auf der anderen Seite mussten wir wieder runter. Dort waren keine Seile angebracht. Für die ersten 3 m fände ich es gut. Mir war etwas mulmig vor den ersten Metern. Es war sehr steil und viel Geröll, viele kleine Steine. Und das lange, schnell verloren wir an Höhe aber es ging auf die Knie, Waden und Oberschenkel. Es ging so ein paar Kilometer. Hab einmal die öffentlicht Toilette benutzen wollen, entspanne die Beine, setzt Rucksack ab und geh auf die Wiese und schwups lag ich lang. Die Beine hatten die Pause verdient. Nach einer Weile wurde es weniger geröll. Halte ausschau nach Steinböcken, liegt ein Steinchen auf dem Weg. Von Punktrichter hätte ich sicher eine 10 bekommen. Arme nach oben, Stöcker fallen lassen, Arme nach unten und alles synchron. Musste etwas lachen und fragte Bernd ob er das gesehen hätte, nee da war der Busch dazwischen. Wir kamen noch an einer Alm vorbei und haben nochmals Pause gemacht. Heute brauchte ich die auch. Der Wirt waren lieb verrückt und dort musste man nur lachen. Sie sagten es stehen noch 3 Std an, dann müssen wir schnell weiter, es war nämlich schon ca 15 Uhr. Kamen an Kuhweide und Yaks vorbei, die Yaks hatten gerade Jungtiere. Wir liefen über eine schöne Wiese mit Wald und Wasser in der Nähe vorbei. Redeten davon wie schön es wäre hier zu campen, kommen 4 Jäger um die Ecke. Sie sind dort auf einer Hütte die nicht weit entfernt war. Gut doch nicht der ideelle Ort um wild zu campen. Sind bis Zams durch gelaufen um für morgen noch Proviant zu kaufen. Es ging lange an einem Berg entlang, Zams hatten wir aus der Ferne schon gesehen, aber es hat noch ewig gedauert bis wir dort ankamen. Was mir mehr und mehr Sorgen machte, dass ein Hubschrauber laufend über und an uns vorbei flog. Irgendetwas muss da gewesen sein.

Endlich kamen wir unten am Weg an. Was für eine riesen Freude. Genauso wie vorher am Tag, als ich in der Seescharte oben war. Die Beine zitterten immer mal noch von der extremen Anstrengung beim runter laufen. In Zams sind wir zu einer Tankstelle. Haben die Dame gefragt ob sie beim Campingplatz anrufen könne und fragen könne ob etwas frei wäre. Sehr lieb, dass sie es gemacht hat. Sie hat uns auch ein Taxi gerufen, mit Bus wäre es zu lang gewesen. Gut jeder hat 4€ bezahlt, dass geht schon mal. So fertig wie ich war, war das auch sehr gut schnellst möglich voran zu kommen. Waren noch im Lidl und haben Abendbrot und für morgen Proviant geholt. Sind dann zum Camping Riffler gegangen. Super schöner kleiner Campingplatz. Der Inhaber hat uns selbstgebrannten Schnapps gegeben. OiOiOi 1 Glass Pflaumenschnaps, war sehr stark. Dann gab es nur noch Abendbrot. Der nächste Tag wurde noch etwas geplant und dann ab ins Zelt.

Irgendwo dort oben ist das Ziel.

Der Blick zurück ist schon atemberaubend.
Murmeltiere

Ein Schmetterling setzt sich nieder auf mich.
Die Memminger Hütte
Der Weg ist gut zu erkennen zur Seescharte.
Oben, hoch in den Bergen die Seen.

Noch beim Anstieg.
Glücklich, einfach nur glücklich.

An der Oberenalm auf dem Weg nach unten.
Es geht steil bergab.

Zams liegt vor uns und doch noch ein langer Weg.

Grüsse Melli 🌸

Wanderinformation:

Distanz: 23,5km, Total Distanz: 221,9km, Höhenmeter: 2462m, Total Höhenmeter: 10689m, Abstieg: 2994 m, Total Abstieg: 10278m, Wanderdauer: 11:30 Stunden (mit Pause)


2 thoughts on “E5- Tag 11 Madau – Zams

  1. Hallo Melli,
    tolle und interessante Beiträge! Du bist ja schon sehr weit gekommen…
    Ich weiß nicht, ob du dich noch erinnerst, du hast ein Foto von uns auf der Braunschweiger Hütte gemacht, als wir alle am Tisch saßen, und ich wollte fragen, ob du mir dieses Bild per E-Mail schicken könntest? Danke!

    1. Hallo Julia, natürlich kann ich mich erinnern. 😊 kann ich gerne machen. Schick mir einfach nur eine email an die angegebene email Adresse hier und dann kann ich es dir schicken.
      Lieben Gruss 🌸

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