E5 Tag 23 Gfrill – Regnana

E5 Tag 23 Gfrill – Regnana

In der Scheune konnte ich gut schlafen, musste mir aber die Türe versperren und wissen es kann keiner rein kommen. Hat dann sicher nur 5 min gedauert bis ich eingeschlafen bin.

Morgens möchte man gerne immer mal noch 5 min länger liegen bleiben, aber heute geht das auf keinen Fall. Der Weg bis Cembra ist für 6 Stunden ausgeschrieben. Ich muss es vor 12 Uhr schaffen dort anzukommen um für heute und evtl morgen einzukaufen. Sie haben geschlossen von 12 bis 15:30 Uhr. Also relativ schnellen Fusses machte ich mich kurz nach 6 Uhr auf den Weg. Gestern Abend hatte ich noch nach geschaut wo es weiter geht. Im Buch stand beschrieben es wäre schnell gemacht sich hier im Wald zu verlaufen, was ich nicht fand. Es war gut ausgeschildert und im Buch auch gut beschrieben. Was ich nur komisch fand, dass man an Wegweiser vorbei kommt wo der Heiligensee/ Lago Santo 15 min entfernt ist, beim nächsten dann 30 min und kurz drauf nur noch 5 min. Vor mir waren schon andere die das bemerkt haben und auf dem Schild Fragezeichen malten. Der Weg hatte aber mehr Höhenmeter als angegeben. Trotzdem war es bis zum Abstieg und ein paar Stellen ein guter Weg, Schotterstrasse eben. Mein 1. Zwischenstop war Rifugio Potzmauer, dort war ich schon nach 1 Stunde angekommen, obwohl es laut Buch um die 2 Stunden sein sollte. Gut, dann schaffe ich den Supermarkt. Das war immer im Hintergrund. Die oder der Knödel gestern Abend gab mir keine Energie und hat die Beine nicht stark genug gemacht. Dazu fand ich den Preis übertrieben, 15€ für 3 Knödel und 1 Spezi nicht normal. Mein Corny Riegel musste erstmal reichen und mich über Wasser halten. Nach der Rifugio Potzmauer, eine Range denke ich, die extrem schön war und viel für Kinder zum spielen hatte, ging es dann weiter zum Heiligensee/ Lago Santo. Als ob diese 2 Stunden bis dahin kein Ende nehmen wollten. Es ging viel im Wald entlang und auch am Berg, mit wunderschönen Aussichten. Am Heiligensee habe ich kurz Rast gemacht und den Moment genossen. Angler waren dort und haben sicher ihr Mittag gim See gefangen. Kurz dadrauf ging es an den Abstieg, warum müssen die immer so schwierig sein, steinig und steil. Kurz vor Cembra, war es sehr komisch, der Weg gabelte sich und an beiden Stellen stand E5 angeschrieben. Habe mich für den oberen entschieden und kam in Cembra raus und plötzlich seh ich keine Beschilderung mehr. Naja, was ich gesehen hatte war der kleine Supermarkt. Also ab hin da. Es gab Brötchen, Wurst, Käse, Joghurt und Schoki. Alles was ich grad brauchte. Nur es gab kein Mülleimer weit und breit. Hab den Müll dann mit mir rumgetragen und wollte es an einer öffentlichen Müllstelle entsorgen. Das muss man allerdings bezahlen. Kann schwierig werden den Müll zu entsorgen. Mittragen, nein danke. Jetzt spricht auch kaum noch einer deutsch, an Südtirol bin ich definitiv vorbei. Von Cembra bin ich an der Strasse nach Faver, hatten einen Bürgersteig dort. Faver war auch ein kleines Dorf, mit vielen Gassen sowie in Cembra schon. Die Strassen sind eng, aber es hat Platz für Mensch und Autos. Jemand sagte mir, ich muss auf rote Wegweiser achten. Bin noch an einem Bauernhof vorbei, mit einem süssen Schwein was ganz entzückend den Schwanz wedelte. Bin an Weinbergplantasjen vorbei und es ging bergab. Die Schilder wurden seltener und Markierungen auch. Bin abgestiegen um auf der anderen Seite wieder aufzusteigen. Sehr schön, draussen wurde es immer heisser. Die Sonne kam etwas später raus, aber als sie dann richtig schien war es extrem heiss. Langsam ging mit mir bergauf, an jeden Brunnen hab ich was getrunken und immer wieder Wasser aufgefüllt. Es ging durch ein Dorf und und immer weiter bergauf. Die Schattenstellen hab ich immer wueder genutzt um etwas besser Luft zu bekommen. Die Luft stand ansonsten und auf einer Strasse fühlt es sich manchmal noch heisser an. Von oben konnte ich zu den Piramidi Segonzano runter schauen. Das war beeindruckend. Bin zum durch ein weiteres Dorf gekommen, der Wegweiser stand hinter der Kapelle aus meinem Blickwinkel nicht zu sehen. Deswegen bin ich kurz mal falsch gewesen bevor es richtig lang ging. In dem nächsten Ort Centrale gab es noch eine längere Pause. Hab mir versucht auszumalen wie weit ich es noch schaffe, was nicht mehr soweit wird und bis zu dem eigentlichen Ziel Palai auf keinen Fall. Habe dann beschlossen, heute muss ich dann mal Wildcampen ausprobieren. Nach 30 min kam ich allerdings nach Regnana und sehe einen Brunnen, bei jemanden Wiese im Garten und habe einfach an der Tür geklingelt. Der/ die Besitzerin war aber nicht zu Hause. Hatte trotzdem Glück, weil die Nachbarn kamen. Irgendwie konnten wir uns verständigen, dass ich E5 Wanderin bin und gerne nur im Garten campen möchte. Sie ruften Luka an, er wohnte gegenüber. Er meinte ich könne auch bei ihm campen. Er rief allerdings noch seine Freunde an und ich bekam das Angebot für eine 2 Raumwohnung für mich allein. Es war nicht beheizt und Dusche funktionierte nicht. Kann mich desto trotz in meinem Schlafsack auf einem Bett einkuscheln. Manchmal muss man sich nur trauen und um etwas kleines bitten. Alle hatten mir auch noch Essen Angeboten, was ich dankend ablehnte. Es gab kurz vorher schon ein gutes Abendbrot mit Brötchen, Käse und Salami. Am Abend, wo ich mir meine Leistung heute anschaute wusste ich auch warum nicht noch mehr geht. Es war einfach genug- 35 km und 2500 HM.

Dadurch, dass ich viel durch Gassen ging und viele Menschen sah, die sicher nicht viel haben. Sie grüssten, waren freundlich und kamen auf ein zu. Denke ich mir, über was meckern wir so oft. Könnten wir nicht einfach mal zufrieden sein mit dem was wir haben. Grad hab ich nicht viel, aber bin sehr glücklich und zufrieden.

Grüsse Melli 🌸

Wanderinformation:

Distanz: 35.4 km, Total Distanz: 487km, Höhenmeter: 2585m, Total Höhenmeter: 30359 m, Abstieg: 2606 m, Total Abstieg: 29393 m, Wanderdauer: 11.5 Stunden (mit Pause)


2 thoughts on “E5 Tag 23 Gfrill – Regnana

  1. Höchst interessant sind deine Berichte , dazu die tollen Bilder. Ich wünsche dir, liebe Enkelin, weiterhin viel Interessantes, bleib munter und gesund. Liebe Grüsse,Opi

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