E5 Tag 26 Sole Neve – Passo dello Borcola

E5 Tag 26 Sole Neve – Passo dello Borcola

Man oh man hat das heute morgen geregnet. Wusste nicht wie ich alles aus dem Zelt bekomme um es trocken zu halten. Es hat dann doch kurz nach 9 Uhr aufgehört. Habe alles rausgenommen um untern Dach zu packen und es trocken zu lassen. War mal wieder ein später Start, aber besser spät als gar nicht. Zu Fuss bin ich runter nach Carbonare. Dort hab ich eingekauft für die nächsten 3 Tage, sicher viel zu viel, aber der Appetit wird grösser. Denke oft an Kartoffelklösse, Rotkohl und braune Sosse. Bei mir ein Zeichen dafür, dass der Wanderhunger mehr und mehr durchkommt. Bin dann mit Tatendrang an die Arbeit gegangen. Meine Sicht war Nebel heute. Natürlich ging es bergauf und irgenwann stand nach links Weg ein Schild Richtung Forte Cherle, was mein 1. Anhaltspunkt war. Das der Abzweig diesmal zu früh war, hab ich dann auch mitbekommen. So kann es laufen. Bin etwas zurück und da kam dann ein Pärchen, Antonio und Rosana, mit ihnen bin ich mitgelaufen und wir haben bei Forte Cherle zusammen eine Pause gemacht. Sie haben mich noch bis zu einem Abzweig gebracht, wo ich über 150 Treppenstufen rauf durfte und sie sind zurück nach Carbonare gegangen. Oben an den Stufen angekommen, lief ich weiter den Schotterweg entlang. Wegweiser zeigte doch hier entlang, an den Bäumen hab ich immer wieder Markierungen entdeckt. Dann dachte ich „nee, hier bin ich falsch“ und bin zurück. Wieder am Wegweiser angekommen, bin ich kurz in mir zusammemgesackz und war sauer. Ich weiss zur Zeit nicht wie ich es schaffe, aber wenn ich die Wegweiser nur kurz anschaue oder auch lange davor stehe, die falsche Richtung schlag ich trotzdem ein. 🤷‍♀️ Bin dann im Wald hoch und kam natürlich dort raus, wo ich 30 min vorher schon mal war. Muss mir wieder mehr vertrauen. Weiter ging es, der Weg war gut, im Wald mit stetigen Anstieg. Kam ins Skigebiet, viele Skilifts waren zu sehen und ich musste über eine Wiese und dann ging es steil bergab. Okay, nochmal lesen ob ich grad richtig steh. Ja ich war richtig musste dort runter und kam schon bald drauf an einem Skihang wo ich runtergelaufen bin und vor mir war der Passo Coe (Coe Pass). Endlich da. Dort standen mehr Häuser als ich es mir vorgestellt habe, hab nicht gezählt, aber würde um die 6 schätzen. Bin kurz ins Café um mich nach dem Wetter zu erkundigen. Sie sagte es hat den ganzen Tag dort weder geregnet noch gab es ein Gewitter. Gut mal kamen ein paar Tropfen, aber das wäre es gewesen sagte sie später. Ich schaffe es noch über den Berg und zum nächsten Pass. Dort ist ihre Freundin Laura, sie hat sie noch angerufen und gesagt, dass ich komme und für mich ein Bett heute Nacht bei Laura reserviert. Laura vermietet nicht, aber für Notfälle hätte sie ein Bett. Gut, weil bis dorthin wollte ich gerne und ein Bett ist besser als Biwak campen in einer Hütte, was auf dem Pass erlaubt wäre. Im Café gab es noch eine heisse Schokolade, mir war so kalt. Allerdings wurde mir nicht wirklich wärmer, nur kurz von innen, sass in mein Nass geschwitzen Kleidern. Aber ich wollte es noch versuchen über den Monte Maggio zu kommen. Morgen ist kein besseres Wetter gemeldet, sondern nur regen und evtl Gewitter. Bin einen richtig schönen Weg entlang, erst etwas Wald und dann musste ich hoch laufen. Kam an einen Schotterweg und der Anstieg war extrem lang gezogen, es ging nur geradeaus. Natürlich fing es an leicht zu tröpfeln und kurz danach regnete es nur so runter. Weit entfernt war ich nicht mehr also wurde nicht umgedreht. Kurz dadrauf war ich auch schon am Monte Maggio, meine Aussicht war allerdings nur Nebel. Zum Gipfelkreuz bin ich nicht mehr, konnte es grad so erkennen. Bin um den Berg herum gelaufen, der Weg war wesentlich schmaler geworden und ich bin langsam gelaufen. Die Steine waren rutschig. Hab versucht sehr aufmerksam zu sein, wo ich mein nächsten Schritt hinsetzte. Es ging eine ganze Weile so entlang. Der Regen hatte aufgehört, obwohl ich nass war, war es angenehmer. Endlich ging es zum Abstieg, hatte überlegt wie das wird, wenn alles nass ist. Einfach langsam und vorsichtig. Der Abstieg war heute zum Glück in Serpetin, man verliert an Höhe, aber ist nicht dem ganz steilen ausgesetzt. Meine Knie würden, dass auch lange nicht mehr mitmachen habe ich heute festgestellt. Es ging in einem Wald weiter bergab, es war plötzlich extrem dunkel. Der Unterschied immer wieder. Einmal bin ich sehr komisch weggerutsch oder habe gehangen. Der rechte Fuss blieb hinten, musste nochmals runter aufs linke Knie und mein Wanderstock hatte ich zwischen mein rechtes Bein und meinem Popöchen. Das merkte ich gleich am Popöchen, es war unangenehm. Die Schramme am Knie wurde etwas erweitert, war halt noch zu klein. Schnell bin ich wieder hoch und weiter. Der Regen kam zurück. Langsam hörte ich immer mal Autos fand ich, aber dadurch dass ich nichts sehen konnte war ich mir doch etwas unsicher ob es Autos oder evtl ein Gewitter irgendwo ist. Plötzlich hörte ich etwas vor mir, waren dort 3 Rehe oder Junghirsche und sprangen vor meiner Nase runter. Weiss nicht wie sie es machen, aber sie sind einfach den Abhang runter gesprungen. Ich hielt mich an dem Weg. Kam um eine Ecke und da stand ein alter LKW, er steht wohl da seit dem 1. Weltkrieg. Keiner weiss wie er dahin kam. Der Weg war nicht so breit um dort hoch zufahren. Aber da wusste ich, es ist von hier aus nicht mehr weit runter. Wie gesagt, die Knie merken die abstiege immer mehr. Von oben konnte ich dann den Pass sehen und Freude tat sich in mir auf. Endlich komme ich raus aus den nassen Sachen. Laura stand grad draussen als ich ankam. Meine Sachen gingen direkt vor den Ofen. Sie hat mir das Zimmer gezeigt und es ging unter die Dusche. Danach bin ich wieder zurück in die Küche. Alle meine Sachen haben dort einen Platz gefunden und ich auch. Es gab heissen Tee und das Feuer wurde nochmals kräftig angefeuert. Laura machte noch Abendbrot für uns, natürlich Nudeln Bolognese für mich. Und wir sassen, haben etwas geredet und viel gelacht. Obwohl wir uns kaum verständigen konnten. Es war so ein schöner Abend, ganz anders als sonst. Aber der schönste, mit dem Feuer, Tee, die alte Küche und die Atmosphäre die dort war.

Grüsse Melli 🌸

Wanderinformation:

Distanz: 23.7 km, Total Distanz: 543.3 km, Höhenmeter: 1412 m, Total Höhenmeter: 34583 m, Abstieg: 1272 m, Total Abstieg: 33560 m, Wanderdauer: 7 Stunden (mit Pause)


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