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Monat: September 2018

E5 Tag 28 Rifugio Lancia – Rifugion Campogrossa

E5 Tag 28 Rifugio Lancia – Rifugion Campogrossa

Regen, regen von morgens an, eigentlich schon seit gestern. Ungemütlich ist es draussen und es ging nochmals ins Bett. Jede halbe Stunde wurde das Wetter gecheckt, aber keine Besserung in Sicht. Nur noch mehr Regen. Meine Wetterapp sagte ab 10 Uhr soll es besser werden, wurde es nicht. Kurz vorher hat sich alles noch mehr zugezogen der Nebel kam und es fing an zu stürmen.

Neben mir im Zimmer waren Österreicher, Hannah, Lisa und Daniel. Sie kamen gestern Abend noch an und wollen auch bis Verona laufen. Sie und alle anderen warten auch noch ab was passiert. Evt wird es ab 15 Uhr besser und man könne es versuchen raus zu gehen. Der Plan ist wenigstens noch ein paar Kilometer weiter zu kommen.

Kurz vor 13 Uhr wurde der Regen weniger, alle nutzen die Chance um los zu gehen. Es war kalt draussen durch das laufen wurde es aber relativ warm. Wegen dem schlechten und unstabilen Wetter wurde sich schnell geeinigt einen etwas kürzeren Weg zu gehen um einen Anstieg auf 2200 HM zu vermeiden. Es ging heute durch das Pasubio Massiv- ein Mahnmal des Friedens.

Im Pasubio Massiv lieferten sich Österreicher und Italiener, von 1916 bis 1918, eine Schlacht um die Grenze. Jedes Land versuchte die „Platte“ des anderen zu erkämpfen. Tausende Männer verloren ihr Leben. Im 1. Jahr 9000 Männer. Davon starben im Winter 1916/ 1917 6000 Österreicher durch Lawinen. Geschätz wird die Opferzahl auf 38000. Und noch heute sollen eine Vielzahl italienischer Soldaten dort begraben sein. Am 14.03.1918 sprengten die Österreicher die italienische Platte mit ihrer Truppe von über 500 Mann. Damit war auch die Schlacht um den Pasubio beendet.

Heute ist es ein Teil des Friedensweg/ Sentiero della Pace. Die Idee zu diesem Weg kam kurz nach dem 2. Weltkrieg auf und soll eine Brücke zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern sein.

Es war sehr lehrreich und emotional dort lang zu laufen. Ein wunderschöner Weg, aber wenn man sich vorstellt was dort vor 100 Jahren passiert ist, ist das grausam. Wir haben uns ein paar Höhlen von damals angeschaut. Sie dienten dem Schutz und der Behausung. Wir kamen an einer kleinen Gedenkkapelle vorbei. Kurz vorher standen dort grosse Kreuze zur Erinnerung. Die anderen waren noch am schauen der Höhlen beschäftigt und ich dachte, dann gehe ich schon weiter, aber wollte noch Tschüss sagen. Sie kamen, fragten mich ob ich nicht auch Pause machem möchte aber es war mir grad nichts. Regen setzte wieder ein und wir sind alle weiter gegangen zur Refugio Papa, dies ist die ehemals Kommandozentrale der Italiener im 1. Weltkrieg. Dort haben wir kurz Pause gemacht. Haben uns an den Abstieg gemacht und ich dachte, gut wenn wir heute zu 4. sind sollte man schon mal anrufen wegen einer Übernachtung. Der Fugazze Pass, was nach dem Abstieg kommt, sie hatten allerdings keinen Platz für uns. Wir haben uns geeinigt weiter zu laufen bis Rifugio Campogrosso. In Gedanken, hatte ich mir das Ziel ausgemalt und wollte mich deswegen etwas schneller auf dem Weg machem und jetzt machten wir uns zu 4. auf den Weg. Das Tempo wurde angezogen. Die Strecke hat sich jetzt um 2 Stunden verlängert. Am Fugazze Pass angekommen, wurde schnell das Wasser im Restaurant aufgefüllt. Als ich rein ging war „schönes“, jedenfalls trockenes Wetter, als ich raus kam, Regen aber schon nicht mehr so wenig. Da mussten wir jetzt durch, alle man. Es ging anfangs über eine Wiese und dann durch den Wald hoch. Er spendete etwas Schutz vor dem Regen. Sollten über einen kleinen Bach, aber dieser war jetzt schon so gross das man aufpassen musste, beim überqueren. Nach einer Weile hab ich mal geschaut wieviel wir an Höhe schon gewonnen haben und sagte zu den anderen „nur noch 100 HM“. Gut es war ein wenig mehr, 190 HM um genau zu sein. Aber keiner sagte was, wir sind hoch gestiefelt im Regen alle waren pitschnass, aber es hat viel Spass gemacht. Durch den Regen ist das Laub ganz aufgeweicht, man tritt rein und es wird tiefer und es ist stellenweise sehr glitschig geworden. Oben angekommen gab es das Jubelselfie. Und unsere Zeit war unschlagbar für 400 HM- 1 Stunde. Leider ging es dann etwas steiler erstmals bergab, aber es hatte aufgehört zu regnen. Der Blick geht jetzt auf die kleinen Dolomiten. Dann wurde der Weg immer schöner bis auf einige Pfützen und Motterstellen zur Zeit. Merkwürdigerweise fand man durch die Wegweiser nicht, dass wir dichter ans Ziel kamen. Ich lief in meinem Tempo, glaubte Hannah ist hinter mir drehe mich um, da keine Antwort kam, da waren alle 3 ein gutes Stück hinter mir. Bin dann trotzdem nur weiter zur Hütte gelaufen. So das einer schon mal da ist. Ich schnell ter die Dusche kann und für die anderen die Dusche frei ist wenn sie da sind. Dusche war leider nicht heiss. Und in der Hütte angekommen hat es erstmal 10 min gedauert bis ich in den Trockenraum kam. Die Bedienung wusste nicht ganz welchen Weg oder sonstewas. Als sie dann meinte ich solle mich beeilen auch mit Abendbrot bestellen, da sie die Küche schliessen wollen. Die anderen sollen sich auch beeilen war ich kurz verduzt, ich habe keine Zeit verschwendet um in diesen Trockenraum zu kommen, ich wollte nur aus den Sachen raus und eine Dusche haben. Die anderen 3 kamen, wir sind runter und haben Essen bestellt bei einer anderen sie meinte nur wir können in Ruhe machen und erstmal die Karte anschauen. Da sagte ich ihr, wir haben bescheid bekommen schnell zu bestellen. Der Koch war auch anscheinend etwas sauer, da wir bestellten ohne erstmal am Tisch zu sitzen. Keiner konnte es dort verstehen, dass wir alle 4 nass waren und bevor man sich setzen möchte, möchte man die Sachen gerne zum trocknen aufhängen und kurz geduscht haben. Es waren ca 8 Mann dort als Bedienung und 2 Gäste bevor wir kamen. Und ein riesen durcheinander, keiner wusste was der eine sagte oder der nächste machte. Naja wir kamen zu unseren späten Essen, klar Pasta Bolognese und heute mal Bratkartoffeln und Gnocci was wir uns zu 4. teilten. Das hatten wir uns alle verdient. Der Abend wurde schnell ausgeklungen und wir sind ins Bett, es ist ja trotzdem schon nach 22 Uhr heute.

Lieben Gruss Melli 🌸

Wanderinformation:

Distanz: km, Total Distanz: km, Höhenmeter: m, Total Höhenmeter: m, Abstieg: m, Total Abstieg: m, Wanderdauer: Stunden (mit Pause)

E5- Tag 27 Passo della Borcola – Rifugio Lancia

E5- Tag 27 Passo della Borcola – Rifugio Lancia

Was war das für ein Gewitter heute Nacht. Lag eine ganz Zeit lang wach. Immer wieder mal schossen die Blitze am Haus vorbei und die Donner dazu, es giesste und ich wusste nicht was das dann heute werden soll. Irgendwie komisch, dachte ich war mit Laura allein im Haus aber es kam 2 mal jemand noch in den Hausflur, es war etwas Hellhörig. Morgens um 7 klingelte der Wecker, war um 8 Uhr zum Frühstück verabredet. Habe von unten meine trockenen Sachen geholt und alles gepackt. Dann ging es zum Frühstück. Laura hatte schon alles schön für mich hergerichtet. Kurz vor neun ging es dann wieder los, habe noch Kuchen von Laura bekommen, wir haben uns stark gedrückt und verabschiedet.

Ich machte mich an den Anstieg ran. Puhhh steiler als erwartet, aber wie soll es auch schon sein, alle Anstiege haben es in sich. Nach einer Weile fimg es an zu tröpfeln und dann giesste es von oben runter. Stand zum Glück für eine Weile etwas geschützt unterm Baum und redete es mir schön, dass es das schlimmste war. Zurück wollte ich nicht mehr. Hatte zwar grad mal 1,5 km gemacht war aber schon fast mit 300 Höhenmetern fertig. Hatte also nur noch 400 vor mir bis zum höchsten Punkt heute. Und ich wusste, nach einer Weile wird es nicht mehr so steil. Also doch weiter, auch wenn es nur ein paar Kilometer sind, aber 1 Anstieg weniger und 10 km dichter am Ziel. Nach einer Weile hörte es auf zu regnen und der Nebel weitete sich. Was für eine Aussicht, auch wenn vieles versteckt hinter Wolken lag, aber es sah toll aus. Kam an vielen Gämsen heute vorbei. Ich denke die Rehe, die ich gestern gesehen habe waren auch Gämsen, wegen schlecht Wetter konnte ich es nicht sehen. Am Malga Costa angekommen, was mein 1. Zwischenpunkt heute war. Stand eine Ruine aus dem 1. Weltkrieg, es waren wohl Unterkunftshäuser und Stallungen damals. Es ist aber alles zerfallen. Bin weiter über Wiesen und die Schuhe in sich selbst waren nur noch Pfützen in sich selbst. Plötzlich seh ich andere Wanderer, 4 Stück. Mein staunen war nicht schlecht und es kam ein lautes „wow“ aus meinem Mund. Hab sie mal gefragt wie lange es noch wäre bis zur Hütte Lancia und alle gleichzeitig 2 Stunden. Hab dan festgestellt, dass es deutsche sind und kurz mit ihnen geplaudert. Aber der Weg wurde so nicht kürzer und ich hab mich auf den Weg gemacht. Ja es ging noch einige male etwas bergab und bergauf, einige male kurze Steile Anstiege noch und dann war ich endlich am Sella delle Pozze 1903 MüM. Bin nur über den Berg rüber um auf der anderen Seite bergab laufen zu können. Wie glücklich ich heute immer wieder war, den ganzen Tag oft die Markierung E5 zu sehen. Gab einen auch eine gewisse Sicherheit durch die schlechte Sicht wegen dem Nebel. Richtung Rifugio Lancia kam sogar die Sonne raus und die Wolken verzogen sich etwas. Klar kam der Gedanke auf noch 4 Std weiter zu laufen. Bin erstmal in die Hütte, mir war kalt und ich war pitsch nass, auch von innen vom schwitzen. Fand es sehr interessant, meine Jacke heute von innen auszuschütteln um das Wasser raus zu bekommen. Das schöne Wetter hielt nicht lange und es ziehte sich wieder zu. Dann war der Entschluss schnell gefallen, ich bleibe. Ruhe Beine und den Körper aus. Es gab gleich erstmal eine heisse Dusche, etwas teuer 5€, aber sie war es wert. Wollte ja nicht weiterhin frieren oder evtl noch krank werden. Danach gab es heute zur Überraschung Penne, allerdings mal keine Bolognese. Hat etwas die 1. auf der Hütte zu sein, hab ein 2 Bett Zimmer bekommen und sie kümmerten sich rürend um mich. Hab mich natürlich ums Wetter erkundigt, aber es ist wohl keine Besserung in Sicht. Hoffe trotzdem morgen erstmal wieder zu starten und vielleicht sieht es hinterm nächsten Berg etwas besser aus.

L

ieben Gruss Melli 🌸

Wanderinformation:

Distanz: 9.8 km, Total Distanz: 553.1 km, Höhenmeter: m, Total Höhenmeter: m, Abstieg: m, Total Abstieg: m, Wanderdauer: 4 Stunden (mit Pause)