PCT Tag 33- der frühe Vogel fängt den Wurm oder macht einen langen Tag

PCT Tag 33- der frühe Vogel fängt den Wurm oder macht einen langen Tag

Schlafen konnte ich leider nicht so gut, obwohl es ein tolles Bett war. Trotzdem ging es um 04:30 Uhr auf die Beine. Ein langer Tag steht bevor. Um 05:25 Uhr stand ich wieder auf dem Trail und es ging gleich wieder aufwärts. Aber was für ein toller Sonnenaufgang es heute war. Hatte sich total gelohnt, würde mir wünschen öfters so früh auf den Beinen zu sein. Bin am 1. Campingplatz vorbei, Melanie und Mareike waren noch im Zelt. Also konnte ich ihnen keine M&Ms anbieten. Habe 2 Packungen bekommen und diese konnte und sollte ich mit den anderen teilen, die ich heute sehe. Am Fluss war dann ein Paar, mit Ihnen konnte ich etwas teilen und eine deutsche kam noch vorbei. Sie ist die Barbara, schon etwas älter also wahnsinnige 70ig Jahre alt. Habe solch ein Respekt vor ihr, sie hat die Wüste morgen so gut wie komplett durch. Sie geht nochmal nach Cabazon und läuft nach Big Bear. Sie ist gut unterwegs. Vom Fluss ging es wieder aufwärts, konnte es aus der Ferne schon sehen, anfangs hatte ich heute 2 Weihnachtslieder, Wham mal wieder mit Last Christmas und es hat gepasst und ich bin gut hochgekommen und hatte Freude. Hatte heute das Ziel, endlich mal 10 by 10 voll zu haben. Also 10 Milen um 10 Uhr. Habe also die Uhr nicht aus dem Blick gelassen. Bin zwar an Battle Plan vorbei, aber hab ihr nur gesagt ich will erstmal den Anstieg hinter mir haben und dann kann man erzählen, das hat sie auch verstanden. Was noch besser war, dass ich kurz vor 10 mit dem Anstieg fertig war. Um genau zu sein 09:59 Uhr und ich hatte 11 Milen geschafft. Super. Oben sass Hikerbox und ich hab mich kurz zu ihr gesellt, sie blieb noch kurz mit mir sitzen und Battle Plan kam auch und es wurden wieder die M&Ms verteilt. Etwas steiler als sonst ging es runter, dass ging etwas auf die Knie. Abends werden wohl wieder Squats gemacht und dann passt das schon. Konnte oft die Wüste sehen und bin mitten auf der Bergkuppel lang gelaufen, fand es richtig toll. Das 1. Ziel zur längeren Pause war eine Rangerstation. Habe gelesen, dass der Ranger dort Brause und Snacks gegen einen kleinen Obolos verkauft, also 1 Dollar. Kurz vorher musste ich wieder rauf bevor es natürlich runter geht, dachte dann ‚irgendwie muss ich heute laufend Anstiege rauf‘ mehr als geplant. Als ich bei der Rangerstation ankam traf ich auf den Ranger Ron und gegen 2 Snacks hatte er uns dafür 1 Hot Dog gratis gegeben und 1 Möhre. Man glaubt nicht wie toll eine Möhre sein kann. Er hat uns erzählt, er hat den PCT 4x gemacht. Ich weiss jetzt nicht genau weche Jahre, 1998 und 1999 war er mit 30ig anderen Wanderer in Canada angekommen. Er ist beide Jahre gelaufen und hat es geschafft. 1999 war auch ein riesen Schneejahr und damals sind von vorn herein nicht soviele gestartet wie jetzt, vielleicht 200 gegen heute wohl 6000. Keiner hat die genaue Zahl, nicht alle die ein Permit haben starten oder geben ihr Permit wieder ab. Deswegen ist die Zahl der heutigen Starter nicht zu 100% sicher. Nach 1 Stunde habe ich mich wieder auf den Weg gemacht, es standen noch mindestens 4 Milen an. Dort soll ein tolles Campsite sein und das war das Tagesziel heute nach 22 Milen. Dort war ein Bach und es war ein schöner Platz. Zelt wurde schnell aufgebaut und dann die Füße im kalten Wasser gebadet. Das tat richtig gut. Essen wurde kurz vor 17 Uhr gekocht und es kamen noch andere dazu. Komischer Weise, auch wenn einige Zelte und Wanderer hier sind, es war um ca 19 Uhr alles ruhig und jeder im Bett. Die Nacht davor hat wohl kaum einer gut geschlafen bei dem Wind. Habe heute noch einen Wanderer Namens Daniel getroffen, wir haben uns gut unterhalten. Martin dachte ich kenne ihn schon ewig, nein erst ca 20 min. Habe ihn dann gefragt wann er gestartet ist, in der Nacht zum 27. April. Gut das heisst 18 Tage ist er unterwegs, ich hab es dann schnell mal ausgerechnet. Er macht im Durchschnitt 24,4 Milen pro Tag. Er macht jetzt 2,5 Tage Pause in Agua Dulce, evtl sehe ich ihn nochmal und dann bestimmt nicht mehr. Wir hatten uns aber auch über die Sierra unterhalten und er hat mir Mut gemacht und gesagt ich wäre dafür stark genug, das ich schon einige grosse Tage gut gemacht habe. Und solange alle in einer Gruppe gehen und sich vertrauen wird das gut. Den Schnee werden wir nicht umgehen können, auch nicht in Nord Kalifonien oder Oregon. Das war mein Back Up Plan. Evtl von Washington südwärts als SoBo, (Southbound) gehen. Das kommt für mich aber nicht in Frage. Washington, die Creme de la Crema, so wird es genannt soll für mich der letzte Teil bleiben der noch übrig ist. Aber erst einmal noch die nächsten 262 Milen Wüste gut überstehen.

Lieben Gruss Melli 🌸

Ranger Ron

Die Mareike, Trailname: Dictionary


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