PCT Tag 66- Pinchot Pass und 800 Milen geschafft

PCT Tag 66- Pinchot Pass und 800 Milen geschafft

Es sollte ein einfacher Tag werden. Wir waren alle um 4 Uhr fertig um zu starten. Wir sind über eine Brücke gegangen. Jeder einzeln, sie schwingte ganz schön. Und sind anfangs gut voran gekommen. Sind auf den 800 Milen Marker gestossen (1287km), dort wurden kurz Fotos gemacht und weiter ging es. Wir wussten es kommt nach 1,4 Milen eine Wasserüberquerung. Die ging gut, der Trail war überschwommen und es war fast die ganze Zeit alles nass. Standen dann vor dem Woods Creek. Dieser war so stark, dass wir erst hoch gelaufen sind um ihn evtl zu bewältigen. Haben einen Baum im Wasser gesehen, fanden ihn aber nicht stabil genug. Danach sind wir doch beim Trail rüber. Haben wieder eine Kette gebildet und es ging erst ganz gut. Dann ging alles ganz schnell. Mareike schrie von meiner linken Seite, Andrew und Laura auf meiner anderen Seite waren am Land. Ich fiel dann nur noch ans Ufer. Mareike lies mich los und ich versuchte nur noch ihr Gepäck, Rucksack zu greifen. Andrew ist zurück ins Wasser und hat Pineapple rausgezogen. Sie hat gekämpft und kam total ins schwanken. Die meisten hatten erst einmal einen Schock. Alle waren nass, das Wasser ging so schon bis zur Hüfte. Wir sind nach einer kurzen Verschnaufspause alle weiter gelaufen um trocken zu werden. Der Anstieg zog sich und die Füsse wurden kälter. Dann begann wieder der Schnee und ich habe auf die anderen gewartet. Ich wollte erst noch meine Socken wechseln, aber da gleich nochmal ein Fluss kommen sollte hab ich es abwarten wollen. Glaube, das war ein Fehler. Meine Zehen taten nur noch weh und es war so unangenehm. Andrew machte für uns Mädels ein kleines Feuer, was reichte um die Zehen wieder zu spüren. Dann ging es weiter mit dem Anstieg. Morgens gleich mal 1100 Höhenmeter Anstieg zu haben ist sehr viel und das zieht sich, dazu kommen andere Herausforderungen wie die Bachüberquerungen, die grad Flüsse sind. Ich glaube, dass hat uns mehr Energie gekostet als wir dachten. Der Anstieg schleppte sich dahin so wie wir uns. Es ging streckenweise steiler nach oben, manchmal mussten wir den Weg suchen, was auch wieder Kraft kostete und wir verloren Zeit. Wir sahen dann den Pass aus der Ferne und haben uns langsam rangearbeitet. Der letzte Kilometer war etwas unangenehmer, aber nicht zu schlimm. Um ca halb zwölf war ich endlich auf dem Pass. Wir sassen, haben gegessen und uns kurz ausgeruht. Bevor wir uns zum Abstieg bereit machten. Wolken zogen um uns auf. Bin gewollt etwas auf dem Po runter gerutscht, also Glissading. Wollte nicht laufen. Der Abstieg ging relativ gut, der Schnee war weich. Einige Schneelöcher waren auch immer wieder, wo ich eingebrochen bin, aber es ging alles gut. Die Wolken zogen sich mehr zusammen und wir machten uns bereit für den Regen. Es fing auch kurz danach an zu Regnen und ein paar Hagelkörner vielen auf uns herab. Wir mussten über einen Fluss, dieser hatte noch eine Schneebrücke. Wir waren glücklich, mussten weiter runter gehen und es wurde richtig steil. Nach einer Weile hatten wir auch das alle gut überstanden. Bin dort auch auf dem Po runter, aber unfreiwillig. Zum Glück konnte ich gut ausschlittern und bin einen Meter vorm Baum zum stoppen gekommen. Nach kurzen ging es wieder steil bergab. Von weiten hörten wir schon das Wasser. Wir hatten wieder eine Schneebrücke um über den Fluss zu kommen. Dann standen wir an einem grossen Fluss, der South Fork of Kings River. Erstmal sind die Männer hoch gegangen um zu schauen, Mareike nach unten. Wir hatten aus gemacht den Männern zu folgen nach 5 Minuten wenn sie nicht kommen. Haben 2 andere Hiker gesehen, sie waren gerade drüben angekommen und meinten es wäre okay gewesen. Sie sind weiter unten rüber, eine Insel hoch gelaufen und dann wieder rüber. Wir hatten uns geeinigt weiter hoch zu laufen. Nach ca 1 Std fing es wieder an zu regnen und wir suchten noch immer. Wir machten aus, zurück zu gehen und zu campen und morgens den Fluss zu überqueren. Als wir unten an der ursprünglichen Stelle standen, kam wieder das Thema auf den Fluss zu überqueren. Andrew ist kurz ins Wasser um die Tiefe zu erkunden. Ketchup und Pineapple wollten zu erst gehen. Wir haben gelernt die Kette nicht mehr zu gross zu haben. Mareike und ich wäre es lieber gewesen bis morgen früh zu warten und davor zu campen. Jedenfalls sind Ketchup und Pineapple los. Anfangs sah es gut aus und dann ging es kaum noch mit Pineapple. Andrew machte sich zum Glück bereit. Pineapple lag plötzlich im Wasser und dann ging auch noch Ketchup auf den Boden. Andrew ist hinterher, zog Pineapple hoch. Sie war so entkräftet und viel gleich wieder hin. Er zog sie nochmals bis sie richtig am Land lag. Mareike, Laura und ich konnten nur zu schauen. Mareike und meine Beine haben gezittert, der ganze Körper. Wir 4 machten aus trotzdem noch rüber zu gehen. Es ging auch gut, wir konnten Komandos besser geben und hören. Andrew fiel leider, ich hatte Laura gut gehalten und es ist nichts passiert. Alle haben nur noch gefroren und gezittert vor Kälte auf der anderen Seite. Um ehrlich zu sein, war dass die 1. Überquerung wo ich richtig spürte wieviel die Beine heute schon geleistet hatten. Als es kurz mal richtig tief war und das Wasser kam, kam ein anderes Gefühl in den Beinen. Wir waren alle hoch konzentriert und haben es gut gemeistert. Danach wurden schnell die Zelte aufgebaut, Sachen gewechselt und versucht etwas warm zu werden. Wir sassen zusammen um ein Feuer, haben uns aufgewärmt und gegessen. Morgen werden wir ausschlafen, die Sachen trocknen lassen und einfach nur ein paar Milen machen, so dass wir dichter am nächsten Pass sind. Das was heute passierte muss verarbeidet werden.

Gruss Melli 🌸


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