PCT Tag 93- was für ein Tag

PCT Tag 93- was für ein Tag

Wollte heute versuchen nach Truckee zu kommen. Es war noch ein weiter weg, ca 24 Milen. Morgens war ich noch ko vom Vortag und habe etwas länger geschlafen. Bin auch gestern etwas später eingeschafen, habe immer wieder den Wind gehört, ich sebst war super geschützt. Dazu bin ich ja doch etwas unruhiger am Anfamg wenn ich alleine zelte. Franzel war die ganze Nacht in meinem Arm und die Trillerpfeife in meiner Hand. Habe dann einen tollen Sonnenaufgang über den Tahoe Lake gesehen und es bereuht nicht sofort ein Foto gemacht zu haben. Trotz längeren schlafen bin ich 5 Min nach 6 Uhr gestartet. Gestern Abend hab ich schon den Schnee gesehen und wie vermutet musste ich dort entlang. Es ging ganz gut voran und der Weg war immer mal wieder zu sehen. Hatte die Spikes lieber amgezogen, der Schnee war gefroren und so geht es doch immer etwas schneller und ich fühle mich sicherer. Es ging dann an einem Berg entlang mit super Aussicht auf den Lake Tahoe und auf der anderen Seite über Wälder. Das ging so schnell vorbei, fast schon schade. Blumen waren überall und es riecht so gut. Ich lag richtig gut in der Zeit, machte mich an den 1. Anstieg des Tages ran und kam auch hier trotz mehr Schnee gut voran. Mein Ziel war es um 11 Uhr oben zu sein und um 13 Uhr ca bei dem 2. Anstieg zu sein oder auch schon fertig zu sein. Um in Truckee anzukommen umd evtl noch zur Post zu gehen. Dadraus wurde nichts. Als ich oben ankam stand ich vor dem Schnee. Es ging schleppend runter. Oft war es steil, habe dann doch mal entschieden mein Eispickel zu nehmen. Wenn ich ins rutschen komme wäre es weit nach unten gegangen. Habe immer wieder schauen müssen wo es lang geht. Kam dann zu einem Fluss, war auf dem Trail, der Fluss hatte noch eine Schneebrücke. Rechts von mir war alles voll mit Schnee und ich bin den Spuren hinter her gelaufen. Das war ein dummer Fehler. Es ging steil runter, bin dann über Steine rüber und noch weiter runter gegangen. Haatte in dem Moment Empfang und habe sogar jemanden angeschrieben und gesagt wo ich grad bin. Kurz danach bin ich lieber wieder umgedreht und habe mich zurück gekämpft. Zwar waren es nur ein paar hundert Meter, aber es hat viel an Zeit gekostet, danach brauchte ich eine längere und extra Trinkpause und Energiepause. Als ich am Ausgangspunkt ankam und auf der Schneebrücke stand , sah ich, das der Trail hinter der Schneebrücke wieder zum vorschein kam und ich war echt enttäuscht. So ein dummer Fehler, aber aus dem anderen Winkel konnte ich es nicht sehen. Hab mich dann wieder aufgerappelt und es ging weiter runter. Jetzt hab ich immer gleich auf meine Navigationsapp geschaut und den Trail, wenn, nur noch kurz verloren gehabt. War dann erst kurz nach 13 Uhr unten vom Berg und an einer Wasserstelle. Dort habe ich nochmals 1l getrunken und auf 2 aufgefüllt. Die nächsten Milen zeigten nicht sehr viele Wasserstellen an. Es kam noch 1 anderer Hiker vorbei, der von gestern Abend. Irgendwie werden wir nicht warm miteinander. Habe lang hinter meinem erstellten Plan mit dem 2. Anstieg begonnen, draussen war es warm oder besser heiss. Der andere Hiker lief vor mir, es ging Steinstufen hoch und er läuft schnell. Fragt mich dann ob ich vorbei möchte. Nein, meine Beine sind nicht so lang und die Stufen komme ich nichtwirklich gut hoch. Er sagte, sein Campsite lag im Schnee und er hatte dann irgendwo ein Platz gefunden. Morgens hatte ich aber kein Zelt gesehen, wer weiss wo er dann war. Bin dann zwar wieder etwas dichter an ihn ran, aber so rasen wollte ich nicht. Habe gemerkt, dass ich nicht weiter so schnell gehen konnte. Dazu war es warm und ich brauchte mehr und mehr Wasser. Der Weg war noch ein weiter und etwas Wasser brauchte ich noch für später. Oben angekommen war es noch immer nicht oben, es war unglaublich. Es war die bombastische Aussicht. Dann ging es auf einem Berg entlang, es war so windig und manchmal wurde ich zur Seite gedrückt. Es war es wert, so einmalig schön war es. Nach einer Weile musste ich mich wieder mehr aufs laufen konzentrieren sonst komme ich nicht weiter. Es ging über viele Steine bergab und dazu noch der Wind, wurde nochmals etwas langsamer. Habe es aber genossen. Es ging noch über ein paar Schneefeder. Im Wald war mehr Schnee, stand zwischen 2 Schneefelder und der Trail war unter mir für ca 1,5 Meter. Wollte so einen Fehler wie Vormittags nicht nochmal haben. Spuren gingen nach unten, ich habe geschaut auf der Karte wo der Trail jetzt lang gehen würde und habe mich entschieden diesen zu folgen. Was auch gut war, sonst wäre es nochmals ein langer Umweg gewesen. Wieder raus aus dem Wald, hatte ich wieder diese fantastische Aussicht. Das hat so ein Spass gemacht dort entlang zu gehen. Das übel war nur das es immer wieder über Schnee ging. Einen letzten Anstieg sollte ich hoch, glaube es waren ca 120m, der wollte einfach kein Ende nehmen. Es ging steil hoch und dann nochmals höher. Dachte dann, okay das ist jetzt mein letztes schweres Schneefeld. Nein, es ging nochmals höher und dann über ein letztes langes Schneefeld. Es war dann nur noch vereinzelt Schnee auf dem Trail. Heite war ich erstaunt wieviel noch immer liegt und vorallem, so tief wie ich jetzt bin. Bin auf 2100 MüM und es liegt immer wieder hier und dort der Schnee. Hoffe dann auf dem nächsten Abschnitt nach Sierra City, ist nichts mehr weiter. Es ist Zeit der Winteraurüstung auf Wiedersehen zu sagen. Am Donner Pass kam ein Tageswanderer an mir vorbei und als ich zur Strasse bin hab ich ihn nochmals gesehen und ihn einfach gefragt ob er nach Truckee fährt und mich mitnehmen könnte. Hat er sofort gemacht, er sagte ich fahr dich überall hin wo du nur hin musst. Er war so begeistert von meiner Wanderung. Nun bin ich in Truckee, zwar bin ich 1 Tag später angekommen als geplant und gehofft, aber es ist alles gut. Hier begann alles am 14. Juli 2016. Von hier bin ich damals los gelaufen, ins Ungewisse, in eein Abenteuer, was noch nicht zu Ende ist. Denke auch nichts ahnend was eigentlich auf mich zu kommt. Habe ein ganz anderes Leben entdeckt, eins mit wenig materiellen Inhalt. Aber so reich an Abenteuer, Schönheiten der Natur, Freundschaften, Freude Dinge zu schaffen, jeden Tag motiviert an die harte Arbeit zu gehen und aus seiner Kompfortzone zu gehen und vieles auf sich zu kommen zu lassen. Jetzt habe ich wirkich 1153 Milen in den Füssen, bin total motiviert und freue mich auf die nächsten Milen. Auf das was wieder kommt, auch auf das was ich schon mal gesehen habe. Finde aber trotzdem es wird Zeit Californien zu verlassen. Californien ist toll, aber extrem lang. Vorallem bin ich jetzt schon 3 Monate hier und es sind noch Wochen bis ich aus Californien raus komme. Die grosse Herausforderung, es bis nach Canada rechtzeitig zu schaffen, beginnt jetzt.

Lieber Gruss Melli 🌸

Distanz: 23,91 Milen / 38,48 km Anstieg: 3940 feet/ 1200,91 HM

Zu welchem Tier gehört die Tatze?

Tag 93 und Campsite 93 bekommen.

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