Olavs vei Tag 20- so langsam kommen die Beine doch zurück

Olavs vei Tag 20- so langsam kommen die Beine doch zurück

Habe gestern Abend noch geschaut wie ich aus Trondheim wieder nach Oslo komme. Zu Corona Zeiten alles nicht so einfach und ich habe dadurch noch eine Weile gegoogelt gehabt. Nur leider wurde es später als geplant, dazu ist es nicht sehr dunkel.

Also wurde morgens die Startzeit etwas nach hinten verschoben. Der Anfang vom Tag war relativ leicht, es war mega flach am Fluss Lågen entlang. Dadurch kam ich ruck zuck vorwärts und in Nord Sel habe ich mir eine gutes 2. Frühstück gegönnt. Joghurt, Brötchen und Reke Ost Aufstrich.

Auf dem Weg nach Nord Sel habe ich immer an die letzt jährigen Wasserüberquerungen gedacht und bin die Theorie immer und immer wieder durch gegangen. Gerade Mist, dass hier noch nicht soviele vor mir oben waren und ich nicht genau weiß was mich erwartet. So mein Kopf arbeitet und arbeitet.

Auf dem Weg hab ich nochmals ein paar Häuser gesehen, wo ich dachte, da möchte ich nicht wohnen. Direkt hinter den Häusern waren super viele Steine und es ist vielleicht nur die Frage wann das noch weiter runter rutscht.

An sich habe ich nochmals ein wunderschönes Gudbrandsdalen gesehen, hatte super Wetter und habe es genossen.

Nach der Pause in Nord Sel, ging es für mich zurück und eben weiter. Ging an der Kirche vorbei und stunden später fiel mir ein, eigentlich wollte ich dort stoppen und sie mir noch mehr ansehen. Aber meine Gedanken waren vertieft in das Frühstück und dann das weitere vorankommen.

Es ging erst einmal wieder leicht hoch, was dann mehr anspruchsvoll wurde und eben auch mal sein muss. Kam dann zu einem Schild, Stopp, Gefährlich wegen Zug. Fand es echt putzig der Weg ist doch hier ausgeschildert, er hat mich aber um die Gleisen rum geführt.

Gestern wurde ich gefragt ob man den Olavs Weg auch mit einem Trekkingrad befahren könnte, ich würde verzweifeln. Aber jedem das seine. Man muß es selbst probieren, wenn man es unbedingt möchte.

Es ging für mich noch etwas hoch und ich dachte, ich vermisse die Switchbacks, so wie sie in Amerika oft sind. Glaube, dass war auch ein Grund warum ich dort immer sehr schnell die Anstiege hoch bin. Es ging heute aber um so einiges besser und denke so langsam kommen die Beine doch zurück.

Oben war zum Glück eine Bank und ich entschloss, die Zeit für 10 min zur Rast zu nutzen. Schnell noch etwas trinken bevor es weiter geht. Es ist gut warm draußen, herrlich. Und so soll es für die nächsten Tage bleiben.

Ich bin dann einfach nur auf einem alten Schotterweg entlang, ewig lange, musste auch mal abbiegen. Es ging auch mal etwas hoch, aber das hatte ich kaum gemerkt. Es war Wald um mich herum, aber ich fand es nur mega idyllisch. Ab und an kamen mir Schafe entgegen.

Langsam ging es wieder los mit einem Haus hier und einem Haus dort, da war ich wohl schon im Dovreskogen. Das ging schnell, es waren von Nord Sel ca 11 km und es war noch nicht mal um 13 Uhr gewesen. Von Nord Sel bin ich kurz vor halb 11 Uhr weiter gelaufen.

Gut, dann geht es gleich wieder hoch. Bin in einem guten Schwung gewesen und den wollte ich mitnehmen. Es ging angenehm hoch, für mich jedenfalls. Und dann ging es einen alten Traktor Weg entlang. Mega chillig war es, kurz bevor ich zurück zur richtigen Straße kam wollte ich noch kurz anhalten. Habe Wasser aufgefüllt und mich noch ein paar Minuten hingesetzt.

Ich wusste, wenn ich zurück zur Straße komme ist es nicht mehr weit bis nach Dovre und so war es auch. Bin dort kurz nach 15 Uhr gewesen. Im Kaffee gab es für mich heute einen Burger, den wollte ich mir spendieren. Habe für die nächsten Tage eingekauft wenn ich im Dovrefjell sein werde. Und ich kam in so ein großes Tief, ich wäre am liebsten kurz im Stuhl eingeschlafen. Das war schlimm und ich habe noch etwas gewartet, bis es etwas besser wurde.

Nach 17 Uhr bin ich dann erst wieder los gekommen. Ich lief an der Dovre Kirke vorbei, sie ist anders als alle anderen Kirchen die ich jemals gesehen habe. Aber trotzdem faszinierend.

Dort war ein Höhenprofil vom Anstieg und die Route übers Dovrefjell. Aus meinem Mund kam nur ein oi heraus als ich das sah. Habe ja noch mit dem Anstieg angefangen und es geht, es ist lang aber nicht steil. Wenn es mal etwas steiler ist, dann dauert es nicht lange und es flacht aus.

Nach 35 km heute wollte ich langsam zur Ruhe kommen und sagte mir, noch einen Kilometer noch einen. Und musste lachen, weil es bleibt nicht bei 1, am Ende des Tages sind es oft dann doch noch 2 oder 3.

Weiter oben sah ich, dass die Bäume anders werden und ich wusste bald ist ein Platz für mich da. Es sind zwar hier und dort Häuser, aber es wird alles lichter.

Ich musste nochmals über einen Fluss und ich dachte nur OMG, wenn die so extrem weiter oben auch sind was mache ich nur. Nach 2 Tagen intensives überlegen, was ich nun mache, weiß ich es nicht. Die Alternative oder einfach durch, also schon mit Verstand. So hab ich es mir eigentlich geplant, erst einmal hoch und schauen wie es mir geht. Nur wieder durch Flüsse und dieses mal bin ich alleine, Schneeschmelze ist im vollen Gang. So sag ich mir Alternative und dann überlege ich doch weiter. Weil ich schon gerne den normalen Weg gehen wollen würde.

Liebe Grüße Melli 🌸

Gewandert 37,4 km

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