Olavs vei Tag 22

Olavs vei Tag 22

Ich hatte fast früh schon ausgeschlafen, aber Beine wollten noch nicht so mitmachen wie sie es sollten bei einem langen Tag.

Hatte mich langsam fertig gemacht und mir einen Haferbrei aufgebrüht. War an der Rezeption und bekam Bescheid, dass mein Frühstück im Preis mit inbegriffen war. Jaja dachte ich, dann esse ich noch etwas. Und zwar nicht meinen Haferbrei.

Der Gedanke kam immer mehr auf wie teuer der Spaß hier wird. Eigentlich dachte ich, ich bin Pilger und sie haben ein Pilger Angebot für 350 Nok, dass ich da so etwas bekomme oder wie bei den anderen Unterkünften etwas mehr zahle, weil es nicht einfach ist für viele wegen den Corona Auflagen. Die Rechnung war im Enddefekt sehr hoch.

Bin erst nach 10 Uhr los gekommen und habe mich nicht gestresst, die Sonne scheint und es soll ein warmer Tag werden. Weit gehen war der Plan, es geniessen und eben etwas länger gehen.

Zuerst ging es nach Kongsvoll, es ging natürlich hoch und wie mega schön es war. Eine ganz andere Natur, weit konnte mam schauen. Mir kam der Gedanke, wie klein wir Menschen doch sind, wenn man diese Natur sieht.

Ich habe es so unendlich genossen. Etwas Schnee war dort, ca 400 m. Dafür, dass man mir sagen wollte dass es super viel ist war es wirklich auch etwas für 3 Jährige.

Kurz vor Kongsvoll war es sehr mottrig und die Schuhe und Füße waren nass. Nach Kongsvoll wurde eine Pause eingelegt. Socken auch zum trocknen aufgehangen. Brachte aber nicht viel und ich musste zurück in die nassen Socken. Tauschen würde nichts bringen, da es wieder feucht wird.

Ich schaute mir das Höhenprofil an und dachte super, das geht schon jetzt werde ich erst einmal fix sein und dann den steilsten Anstieg hinter mir lassen.

Es kam etwas anders. Es war so nass und mottrig dass es schon nicht mehr schön war. Die 3 KM hinter Kongsvoll bis zum Vårstigen kann man sich sparen und lieber an der E6 entlang gehen. Es war jetzr wirklich das schlimmste Stück auf dem Weg. Neulich der Abstieg war dann doch nichts gegen diesem hier. Klar dort ist auch Vorsicht geboten und gut, dass trocken war. Aber das heute war einfach nicht schön. Ich wusste dabei auch nicht ob wandern wirklich soviel Spass macht.

Kurz vor dem Anstieg kam ich wieder auf guten Boden. Und es war gleich viel angenehmer und machte wieder Spass.

Es ging dann hoch, steil versteht sich, ein Stück nur geradeaus und wieder steil hoch. Vor mir liefen laufend Schafe entlang, sie fühlten sich sehr bedroht von mir. Was ich nicht verstand.

Kurz nach 16 Uhr hatte ich mir Wasser aufgefüllt und selbst noch etwas getrunken. Es waren jetzt nur noch ein paar Meter bis ich oben war, aber das schaffte nochmals.

Und dann wurde es flacher und die Aussicht wurde immer besser. Anfangs habe ich nur den Gegenüberliegenden Berg gesehen und dann viele Berge und einer davon ist Snøhetta mit über 2200 MüM.

Es war echt ein tolles Erlebnis. Bin dann gemütlich weiter und entdecke Häuser in der Ferne, da haben einige ihre Hütten hier oben. Mega schön ist es gelegen.

Nochmals kam ich an einer kleinen Hütte entlang und dort waren auch grad 2 übers Wochenende. Wir hatten einen Moment erzählt.

Viel Schnee hatte ich bis jetzt noch nicht. Es war eben auch hier ab und an sehr feucht an den Füßen aber so war es nicht schlimm.

Selbst ein Fluss kam, dieser hatte eine Brücke und dort war er stark. Trotzdem hatte ich mich umgeschaut und schon ein Stück weiter oben wurde er um so einiges ruhiger.

Mal hatte ich dann einige Schneefelder und das längste was ich über Schnee am Stück lief war ca 1 min lang. Dafür, dass man mir erzählt habe es wäre soviel Schnee hier oben. Und ich solle lieber den Zug bis nach Oppdal nehmen, habe ich den Schnee wirklich vermisst.

Selbst ein Tierskelett habe ich entdeckt gehabt, mit 2 Zähnen dran. Welches Tier das war, weiß ich nicht.

Ich hatte mich gefreut, dass ich hier war. Aber gleichzeitig weiterhin sauer auf mich selbst nicht den anderen Teil gestern gemacht zu haben.

Irgendwann kam ich auf einen alten Weg, wo sicher früher oder vielleicht jetzt auch noch Autos im Sommer fahren. Und diesen Weg bin ich gefolgt, von dort oben bis weit runter.

An einem Schild kam ich vorbei, was mir mitteilte, dass ich jetzt auf über 1300 MüM bin.

Ein paar Schneefelder kamem noch. Bin ab und an eingebrochen in den Schnee, aber war nicht weiter schlimm. Wenn man hier runter rutscht, dann ist es auch nicht zu steil runter. Allerdings der Weg ist breit genug.

Es gab nur eine Stelle, wo man hätte etwas abrutschen können. Dort hab ich meine Spuren für wenige Tage hinterlassen und wer weiß vielleicht folgt mir jemand.

Und dann ging es immer mehr herunter. Die Sonne schien noch sehr stark, es war richtig heiß dort oben. Zelt aufstellen hätte nichts gebracht, da wäre ich eingegangen.

Angenehm ging es gleichmäßig runter. Sah dann sogar noch ein Auto und war überrascht.

Nach einer Weile sah ich ein paar Häuser und dort lag Ruhypisan, normalerweise können Pilger dort einziehen, aber dieses Jahr geschlossen wegen Corona. Alleine wäre ich dort eh ungern geblieben.

Also zog ich weiter und lief und lief. Immer wieder blieb ich stehen, weil es alles so eine extrem hatte und es schön war.

Wieder waren viele Schafe überall. Dort wo tolle Plätze gewesen wären, waren Schafe. Es kam sogar noch ein Auto vorbei mit noch mehr Schafen auf der Ladefläche.

Ich hielt auch mal kurz an um zu verschnaufen zu trinken und mir etwas zu Essen raus zu holen. Immerhin war es nun schon nach 20 Uhr und ich bin 4 Stunden am Stück nur gelaufen.

Nach langer Zeit musste ich von dieser Straße runter und es wurde wieder feucht unter den Füßen. Habe versucht sie gut trocken zu halten, was nicht ganz geling.

Meine Gedanken gingen immer hin und her, noch weiter oder wo bleiben. Aber überall soviele Schafe. Sie liefen ab und an vor mir. Ich habe ihnen zugerufen, Stop und sie schauten zurück. Ich habe dann zur Seite gewunken und sie haben es gemacht. Hat 3 oder 4 mal super funktioniert.

Mittlerweile war ich wieder auf einer Schotterstrasse und musste nach rechts abbiegen. Ein paar Meter danach kam eine Kapelle für Pilger und sicher auch so öffentlich. Diese war umzäunt, perfekt.

Die Kapelle war offen, es gab auch einen Stempel dort. Sie hatte ein riesen Fenster mit Blick über Oppdal, super schön war es.

Mittlerweile war es fast 23 Uhr und ich wollte nun Feierabend machen, es wurde Zeit. Zwar war ich dadrauf eingestellt einen langen Tag zu haben, aber jetzt wollte ich nicht mehr.

Leider war kein Wasser in der Nähe, ich zurück und habe Wasser gesucht. Die ganze Zeit waren kleine Bäche hier und dort und jetzt war es so weit entfernt. Den Wecker hatte ich erst auf halb acht gestellt und dann doch viel früher, falls jemand kommen sollte, so dass ich schon am packen bin und nur eine Frühstückspause einlege.

Lieben Gruß Melli 🌸

Gewandert 45,4 km

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